16.05.12

Mama Mia - Mimi entdeckt ihren eigenen Willen!

Mimi will nicht gewickelt werden!
Mimi wird ja nun in paar Tagen 17 Monate.

Ihr Schreien am Abend ist zwar immer noch so wie ich wie anfangs, aber sie beruhigt sich nun sehr schnell sobald man das Zimmer einfach verlassen hat. 
Es scheint mir doch sie registriert jetzt das dieses Schreien und fordernde "Mama/Papa" rufen nichts bringt... sprich, das sie doch ganz einfach noch zusätzlich Zuwendung damit gefordert hat und keine Angst oder ähnliches dahintersteckt.
Gestern schrie sie zwar wiederwie am Spieß, aber als Papa dann doch schweren Herzens einfach aus dem Zimmer ging war nach knappen 5Minuten schon Ruhe - ich konnte es kaum glauben!
Mittlerweile kann ich sehr gut damit umgehen und bei ihr wird es auch scheinbar schon Besser.

Aber - Tadaaa - unsre Mimi ist doch immer wieder für Überraschungen gut!
Heute Vormittag meldet meine Nase das sie in die Windel gepfeffert hat und sage:
"Mimi - gehen wir wickeln... Du hast Hosi-gaga gemacht!" was Mimi sogleich mit einem energischen "Nein!" und starkem Kopf schütteln erwidert.
Zugleich entfernt sie sich sicherheitshalber gleich weit genug von mir und guckt mich dann vom anderen Ende des Wohnzimmers kopfschüttelnd an, scheinbar wartend was ich denn nun mache.
Als ich ihr nochmal erkläre das ich sie wickeln muss weil ihre Windel voll ist und sie nehme und einfach zum Wickeltisch gehe ist der Tumult perfekt - das geht schon mal gar nicht!
Sie protestiert heftig und will sich um ihre eigene Achse drehen wie ein kleines , aber seeehr starkes Krokodil, ich schaffe es kaum sie festzuhalten.
Als ich anfange mich zu ärgern, lasse ich es sein, stelle sie wieder runter auf den Boden und schimpfe so vor mich hin, beschließe einfach ein wenig zu warten.

Nach einigen Minuten ist Mimis Reaktion auf die Wickelansage immer noch die Gleiche und ich merke das das so nichts bringt.
Also zeige ich ihr eine kleine Schatulle die sonst nicht oft haben darf, wo einige USB Sticks drin sind.
Sie lacht mich herzlich an und sagt "Bitte-Bitte".
Also erkläre ich ihr das wir wickeln gehen und sie dafür dabei die Schatulle anschauen und ausräumen darf - Siehe da: Die Sache ist geritzt!

Ich muss solche Situation einfach öfter so angehen, zum Glück merke ich mittlerweile schnell wenn ich anfange einfach nur mehr "narrisch" zu werden, nehme mich selbst mittlerweile relativ rasch aus der Situation und gehe es danach einfach mit einem gewissen "Schmäh" an.
So erspart man sich viele viele Nerven, leider aber gelingt es einem ja nicht immer auf Anhieb.
Aber ich lerne mich selbst durch meine Maus immer NOCH besser kennen, das ist wirklich unglaublich!!!
Es ist gerade wieder mal so eine Phase in der Mimi sich sehr verändert bzw. entwickelt, was unglaublich zu beobachten ist und man kommt mit der Anpassung des Elternverhaltens hier kaum hinterher. *g*

Und wieder hat mir ein Beitrag den ich erstöbert habe, hierbei sehr geholfen....

Wenn ein eigener Wille erwacht

Eine alltägliche Szene

Jonas hat sein großes Geschäft in die Windel gedrückt – was durch eine Duftwolke, die sich im Zimmer verbreitet, deutlich zu registrieren ist. Als seine Mutter ihn auffordert, mit zum Wickeltisch zu gehen, antwortet Jonas "nein, nich wickeln". Sie versucht es mit Erklärungen: "Das riecht aber schlecht und du wirst wund, wenn das AA zu lange in der Windel ist." Jonas daraufhin schon etwas lauter: "Nich wickeln!!!" Nun nimmt seine Mutter Jonas auf den Arm und versucht ihn zum Wickeltisch zu tragen. Der Zweijährige brüllt, zappelt mit Händen und Füßen und krallt sich wütend in Mutters Haar. Als sie ihn dennoch auf den Wickeltisch befördert, schnappt er die Ölflasche und wirft sie mit voller Wucht, knapp am Kopf seiner Mutter vorbei, gegen die Wand. Die Flasche geht auf, Öl fließt heraus, läuft die hübsch tapezierte Wand herunter auf den Teppich, Jonas tritt und schreit "Nicht wickeln!!!"






Was hat das zu bedeuten? 

Jonas hat zwar noch nicht die sprachlichen Fähigkeiten, seiner Mutter zu erklären, warum er nicht gewickelt werden will: Aber einen eigenen Willen hat er neuerdings und der sagt ihm offenbar: "Nee, darauf habe ich gerade überhaupt keine Lust!" Er wird dabei von der Heftigkeit seines Gefühls selbst überrascht und kann diese starke Emotion auch nicht abstellen, als seine Mutter ihm zu erklären versucht, warum das Wickeln jetzt wichtig ist. Als seine Mutter seinen Willen missachtet und ihn dennoch zu wickeln versucht, geht es völlig mit ihm durch. Er wird überrollt von seiner Wut.

Was tun?

  • Trotz nicht nur als störend bewerten
    Gewickelt zu werden ist nötig, solange ein Kind noch nicht ins Töpfchen macht und es fällt Erwachsenen daher schwer, die Uneinsichtigkeit und die große Wut des Kindes zu verstehen, das sich einem alltäglichen und unbedingt erforderlichen Vorgang plötzlich verweigert. Auch wenn die Verweigerung des Kindes lästig und anstrengend ist und zusätzliche Arbeit macht: Als Mutter oder Vater kann man sich in solchen Momenten bewusst machen, wie gut und wichtig ein eigener Wille und das mutige Vertreten eigener Vorstellungen im weiteren Leben ist. Wenn der "Trotz" des Kindes nicht nur als störend bewertet wird, fällt es leichter, Lösungswege aus dem Konflikt zu finden. Im obigen Beispiel könnte die Lösung so aussehen:
  • Den Willen des Kindes ernst nehmen, Kompromisse suchen
    Am Wickeln geht kein Weg vorbei. Aber die Mutter hat zum Beispiel die Möglichkeit, Jonas Willen nicht gewickelt zu werden, zu diesem Zeitpunkt nachzugeben und ihn noch eine Weile spielen zu lassen. Im günstigsten Fall reicht dieses vorläufige Einlenken und eine viertel Stunde später ist Jonas bereit, sich wickeln zu lassen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Jonas bezüglich des Wickelns etwas Neues vorzuschlagen: "Soll ich dich heute mal nicht auf dem Wickeltisch, sondern auf dem Boden wickeln?"
  • So wenig Regeln und Verbote wie möglich
    Wichtig: Die "Trotzphase" erfordert von den Eltern, den alltäglichen Ablauf, ihre Regeln und Verbote neu zu überdenken. Als Faustregel gilt: So wenig Regeln und Verbote wie möglich. Das bedeutet nicht, dass man nun in allem nachgeben müsste. Aber sich durchsetzen nur um des Durchsetzens oder des Konsequent-Bleibens willen, gilt heute nicht mehr als hilfreich. Mit dem eigenen Kopf des Kindes konfrontiert zu werden, erfordert von den Eltern, da wo es wichtig ist, konsequent zu bleiben und da wo es möglich ist, den Wunsch des Kindes ernst zu nehmen und - zumindest teilweise - nachzugeben.         - zitat Ende
Link zum Beitrag Wenn Kinder trotzen

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