12.07.12

Landleben - Von Einer die raus zog... zitat

Zit.:
"
Ich habe in diesem Buch mehrfach davon gesprochen, dass ich bei manchen meiner Tätigkeiten hier draußen den Eindruck habe, eine frühere Erinnerung tauche auf, eine lange nicht mehr angeschlagene Saite klinge in mir an. Ich kann nicht sagen, was das genau ist. Was es sicher nicht ist, weiß ich allerdings: Es ist kein simpler Weg zurück. Es gibt kein Zurück zur Natur, kein Zurück zu einem unbescholtenen Mensch-Sein. Wir können und wollen ja nicht einmal zu den Zeiten und Lebensweisen zurück, von denen Dorle sprach (persönl.Anmerk.: Einmachen, Getreide händisch ernten, dreschen ect..., kein Kühlschrank ect.) und erst recht gibt es kein komplettes »Zurück zur Natur«. Schon Jean-Jacques Rousseau, der vermeintliche Naturverklärer, wusste das.
Ein natürlicher Mensch sein, wir wüssten gar nicht, was das ist. Wie weit sollten wir dafür in der Zeit zurückgehen – vielleicht bis vor die Erfindung der Antibiotika? Das hätte bereits dramatische Konsequenzen und ist zeitlich doch gar nicht so lange her. Zurück vor die Erfindung des Ackerbaus? Das wären dann gut 13 000 Jahre. Oder gar vor die Entdeckung des Feuermachens und all seiner Vorzüge? Wenn man die Vorstellung des Zurück genauer betrachtet, merkt man rasch, dass sich die Grenze zwischen dem »natürlichen« und dem »kulturellen« Menschen gar nicht exakt bestimmen lässt. Ganz abgesehen davon, dass es viel zu unkomfortabel wäre. Daher wollen diejenigen, die heute das »Zurück zur Natur« preisen, meist nur in eine Art Mittelalter mit wallenden Gewändern, aber bitte mit gefüllten Vorratskammern, egalitären Gesellschaftsstrukturen, einer Apotheke voll Schmerzmitteln und einem Telefon."
auszug aus "Landleben, von Einer die raus zog"
Ich verschlinge es einfach regelrecht. ^^

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