16.01.13

Nachhaltig - what the Fuck???

Wie ärgere ich mich in letzter Zeit beim Einkaufen.
Es ist Winter.
Und ich versuche heuer erstmals regionales und saisonales Gemüse zu verwenden und habs bisher gut durchgezogen.
Chinakohl, Sellerie, Karotten, vielleicht mal etwas Kürbis, Champignons aus Österreich gabs auch erst vorletzte Woche 
und ähm... ja, die Lust auf Tomaten.
Ich liiiiebe Tomaten einfach und könnte sie jeden Tag essen.
Ehrlich gesagt hängen mir diese paar wenigen Gemüsearten schon ein wenig zum Halse raus, man ist ja eher gewohnt einfach 
zu essen worauf man Lust hat.
Somit ist es doch recht ungewohnt plötzlich (ein bisschen wie "früüüher" halt...) zu essen was zur jetzigen Zeit eigentlich da ist.
Zucchini vermisse ich recht arg, auch zu Paprika griff ich früher 
völlig gedankenlos im Winter.
Doch im Spätsommer habe ich sie ja zur genüge und freue mich bereits jetzt wieder drauf und nehme mir vor, 
heuer dafür mehr einzulegen davon für den Winter.
Nun gucke ich jedesmal in den Geschäften und bin endlos geschockt das die meisten Paprika momentan aus Israel stammen (z.B.grad bei Penny).
Spar hat noch die meisten regionalen Sorten momentan.
Tomaten und Zucchini stammen meist aus Italien, sogar Porree und Grünkohl liegen bei Billa momentan aus Italien! 
Wobei dies doch schöne Wintergemüse sind, 
die eigentlich regional sein sollten.
Nachdem ich keinen Chinakohl und keine Karotten mehr sehen kann, griff ich heute zu Sellerie, Petersilwurzen und Tomaten aus Österreich, sogar aus unserem Bundesland!
Doch - erst nach langem Überlegen.
 
Ich hatte die Wahl zwischen mehreren Sorten aus Italien, 
wo DIE GLEICHE MENGE ebenso 2,99€ kostet.
Ich nahm aber doch die Halbe Menge zum gleichen Preis, 
aus Niederösterreich.
 
Obwohl in Plastik verpackt, wie immer... *grummel*
Und bei meinem momentan geringen Einkommen das heuer eher noch geringer werden wird mit wegfallen des Karenzgeldes wenn ich nicht gleich einen gut bezahlten Job finde... da überlegt man schon dreimal was man nun im Endeffekt wählt.
Das gleiche fürs halbe Geld, warum ist das von weiter her billiger???
Ich versteh einfach manchmal wirklich die Welt nicht mehr.
   
Aber ich sehe nicht ein Gemüse von irgendwo zu kaufen, doch im Grunde überlege und überlege ich was denn nun nachhaltiger ist.
 
Das Gewächshaus den ganzen Winter zu heizen, dafür kaum Transportwege zu haben und regionale Bauern zu unterstützen.
Oder in einem wärmeren Land das Gemüse produzieren, wo ich aber nicht weiß wie die Richtlinien zwecks Pestizide ect. im Vergleich zu Österreich sind, dafür längere Transportwege 
und wohl unreifer geerntet.
 
Es ist immer die Frage nach dem kleineren Übel 
und es macht mich momentan beinahe wahnsinnig.
Frische Erdbeeren und Himbeeren - da gucke ich lieber gar nicht mehr woher das Zeug kommt weil sonst platze ich vor Ärger.
Muss das denn sein verdammt nochmal?

Tiefkühlgemüse nehme ich nur noch ungern, 
ich denke immer an die enormen Produktionskosten, 
die riesigen Fabriken die das verarbeiten und dann die Kühlkette, die Transportwege 
und die Kühlung im Geschäft nicht zu vergessen.
Dafür gäbe es aber vieles ohne Plastik, 
NUR in Karton verpackt und oft regional.
*seufz*

Und letzens als ich bei meiner Mum war kaufte ich Agavendicksaft, weil ich meinen Kaffee ungesüßt nicht trinken kann/mag, 
aber Zucker auch nicht haben muss.
Also den ach so gesunden Agavendicksaft, 
aber sie hatten nur einen in Plastik.
Doch dann guck ich wo der eigentlich herkommt, aus Mexiko!!!!
Muss das denn sein?
Da mach ich mir so oft Gedanken um dieses 
schreckliche Dilemma "Nachhaltigkeit", 
am besten gepaart mit Gesundheit und Plastikarm.
Also was denn nun????
Zum verzweifeln.
Also habe ich beschlossen keinen Agavendicksaft mehr zu kaufen, lieber vollen, möglichst unraffinierten Rübenzucker (meist auch in Papier verpackt) und ihn dafür eben reduzierter zu verwenden.
Ich kann diese Gedanken und Überlegungen beim Einkauf einfach nicht mehr abschalten (meinen Freund nervt das schon ziemlich) und dabei war es mir vor 3 Jahren noch völlig wurscht.
Manchmal scheint mir das alles wie eine Zwickmühle aus der es kein Entkommen gibt, aber dann denke ich mir einfach ich wähle halt das für mir erscheinende, kleinere Übel in der Hoffnung, das sich eines Tages die Einstellung vieler anderer Menschen auch mal ändert und man einfach erkennt das man im Winter keine frischen Erd- oder Himbeeren oder auch Ananas von irgendwo her braucht und das die Landesfrüchte zur jeweilgen Zeit sowieso viiiel besser schmecken und man sie dann, wenn es sie gibt, eben richtig auskostet und genießt. 
*nochmal gaaanz schwer seufz*

Alle reden von Gesundheit, Nachhaltigkeit, 
Besser Leben...
Aber auf die Idee, das man dafür vielleicht einfach 
bei sich selber anfängt indem man viel. auf einige Dinge VERZICHTET
kommen wenige... wie unbequem auch!
Und Plastik zu reduzieren, ach das ist doch viel zu nervig, zu teuer, zu umständlich, und geht ja hygienisch ect. sowieso gar nicht!
Sicher, nicht überall - keine Frage, aber doch bei so vielem wo es für den Einzelnen nur ein kurzer Gedanke, ein kleiner Verzicht und doch eine so große Wirkung wäre!

Sorry, aber das musste mal raus. ^^   

Kommentare:

  1. Agavensirup ist eh garnicht so super, wie alle tun. Ich verwende ihn nicht mehr (obwohl lange Zeit gemacht).
    Ich ärgere mich im Moment mehr darüber, dass bei Billa und Spar immer alle Gemüsesachen, die ich kaufen will schon angeschimmelt oder nicht mehr ganz frisch sind. Im Moment kaufe ich nur im Biomarkt, weils mich sonst zu sehr ärgert.

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    1. Ach ja.... *seufz*
      Zum Biomarkt komme ich ohne Auto nicht, wäre auch finanziell so eine Sache.
      Ich muss mich hat mit den Supermärkten rumägern udn würde mir wirklich wenigstens mehr regionales, unverpacktes Gemüse wünschen!
      Aber was ärgern, hilft ja eh nix.
      GLG, MamAMia

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  2. Ich kann dich da gut verstehen. Das ist alles gar nicht so einfach. Hab mir gestern Tomaten gekauft, weil ich wirklich unheimlich Lust darauf hatte. Irgendwas Frisches...
    Pustekuchen! Gammelig haben sie geschmeckt. Jetzt hab ich nicht nur beim Einkauf die Nachhaltigkeit mit Füßen getreten, sondern stehe gleich vorm nächsten Problem: Das schmeckt so sch..., die kann ich wirklich nur in den Müll donnern. Aber es war mir eine Lehre. ich halte mich beim nächsten Mal zurück.
    Zucchini haben wir Gott sei Dank noch eine frische eingelagert. Auch wenn es nur diese eine ist, zeigt sie mir im Vergleich zu den Gammel-Tomaten, dass Selbstversorgung ein ganz guter Weg ist, Nachhaltigkeit umzusezten.

    Liebe Grüße,
    Annika

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    1. Wow - imemr noch eine Zucchini vom Spätsommer hast Dugelagert????
      Wir toll!!!
      Wie lagerst Du die denn????
      Bei mir ist das ja so eine Sache, ich baue zwar sehr viel an, kanns aber nicht gut lagern weil ich keinen Keller habe oder so.
      Nur die normalen Zimmer, eines davon ist halt Schattenseitig und ein bisschen kühler als die anderen, aber auch nicht dunkel weil mit großem Fenster.
      Hast Du paar Lagertipps für mich? Das wäre toll...
      GLG, MamaMia

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