04.06.13

Gedankenkreise... Verzweiflung... Wie dem Unrecht entkommen?

Meine Gedanken spielen wieder einmal verrückt und wollen nicht aufhören zu denken.
Wie so oft von Zeit zu Zeit.
Über die schreckliche Verschwendung von fast allem. 
Die Respektlosigkeit - den Tieren gegenüber, der Natur.
Der schrecklichen, schrecklichen Ausbeutung nur für ein bisschen Genuss.
Die Massen die wir von beinahe allem zur Verfügung haben, zum kleinen Preis, gleich nebenan, ohne nachdenken zu müssen.
Ich sah mir die tage wieder 2 Dokumentationen an, die mich sehr getroffen und endlos nachdenklich gemacht haben.
"Die Akte Aluminium" z.B. http://dieaktealuminium.com/ und  HIER
Und "More than Honey" z.B. http://www.morethanhoney-derfilm.at/ 
Ich sehe solche dokus und denke mir immer "Ungalublich was ich/wir alles NICHT WISSEN!" 
Völlig schockierend.
Damit meine ich auch z.B. das ich keine - absolut keine Ahnung hatte wie Aluminium eigentlich hergestellt wird. 
Auch nicht wo. wieder mal im Regenwald... natürlich.
Sowas lernt man in der Schule nicht.
Warum?
Wo es doch so unglaublich viel Chemie hinterlässt.
Ich vermutete das einfach nicht, da es doch so billig  und beinahe irgendwie überall ist (Dosen, Verschlüsse auf Flaschen, Kühlprodukten ect.)
Dabei ist dieser Unfall in Ungarn mit dieser roten, ätzenden Lauge, dem Rotschlamm ist noch gar nicht so lange her... Gleich nebenan, im Nachbarland, ganz nahe.
Aber man bekam nur die Hälfte mit, nicht die Hintergründe.
Schlimm.
Oder wie sehr die Bienen in Amerika missbraucht werden.
Allein der Anblick dieser Mandelplantagen -einfach nur schrecklich.
Diese furchtbare, monotone Massenproduktion von allem.
Hab ich bisher überlegt woher die Mandel kommen die ich für einen Ach-So-Veganen-Kuchen brauche.... *seufz*
In letzter Zeit dachte ich öfter daran lieber bei den regionaleren Nüssen wie eben Wal- und Haselnüssen zu bleiben.
Wo fängt es nur an und wo hört es auf?
Das frage ich mich wirklich.

Interessanterweise guckte ich dann gestern eine Doku über Indianer an, sehr abgeschieden und in der Natur lebend.
2 Männer des Stammes und ein Sohn gingen Tagelang auf Bienejagd!
Mit selbstgeflochtenen Seilen und Körben kletterten sie  endlos hohe Felswände, tiefe Schluchten unter ihnen... mühselig, an nur einem dünnen Seil hängend, mit einer rauchenden Fackel und einem Stock "bewaffnet"- um die mit Honig gefüllten Waben von wilden Bienen zu rauben, zu sammeln.
Unter Einsatz ihres Lebens, zerstochen von oben bis unten, lange laaange muss ein Mann das lernen um es richtig zu beherrschen und nicht sein Leben und das seiner Helfer zu sehr in Gefahr zu bringen.
Die Ausbeute wird dann im ganzen Dorf aufgeteilt, jeder bekommt 2 Portionen Honig und die Männer die ihn gesammelt haben nur ein klein wenig mehr.

Dann denke ich wieder: Das ist der Kreislauf der Natur, wie ein Bär der sich ab und an ein bisschen Honig stibitzt.
Sei kämpfen dafür, setzen ihr Leben dafür ein, nur für ein bisschen und haben Respekt vor den Bienen, danken es der Natur, beuten sie nicht aus sondern leben mit ihr.
Ich sehe diese Bilder und es fühlt sich für mich nicht falsch an.

Vielleicht daher auch mein Dilemma das ich es einfach nicht schaffe vegan zu leben, es aber eigentlich schon irgendwie möchte.
Wegen der Gesellschaft in der ich lebe, um gegen diese schreckliche Ausbeutung zu kämpfen, mit meinem Nicht-Konsum.
Aber da ist immer Milch, Käse, allerlei Zeugs in unserem Kühlschrank weil mein Partner, den ich über alles liebe, eben nicht auf diese Dinge verzichten will. *seufz*
Und immer wieder mal diese "Heißhunger"- Momente oder Momente der endlosen Faulheit die ich nicht überspringen kann da es so einfach ist in dem Moment zum "Falschen" zu greifen.
70-80% zur Zeit ohne Ei- und Milch, sind es bei mir grade schätze ich. *seufz*
Ja, ich würde es viiiel leichter haben und hätte es 100%ig längst geschafft lebte ich alleine im Haushalt, ohne Mann und Kind.
Muss ich mich nun deswegen hassen?
Werde ich es jemals schaffen alles richtig zu machen?
Für die Natur, die Umwelt.
Was ist das dann - richtig?

Ich möchte ohne Milch- und Eipodukte leben, regional sowie saisonal die Prodkute verwenden, möglichst frisch zubereitet, ebenso möglichst so gut wie keinen raffinierten Zucker und Weißmehle verwenden und ohne Alu, ohne Plastik, keine Kleidung oder Produkte bei denen Menschen ausgebeutet werden und die vom anderen Ende der Welt sind (Kaffee, Schokolade, Bananen...) außerdem möglichst wenig Strom zu verbrauchen und nur mit Holz zu heizen und zu kochen.
Ohne Gas, Erdöl oder sonst was.
Ähm... jaaaa.... sonst noch was?
Mein Freund würde mir auf der Stelle davonrennen und ob ich mein Kind so einigermassen glücklich groß ziehen kann in der heutigen Zeit, wage ich zu bezweifeln.
Momentan denke ich das ich sowieso nur alles falsch machen kann und fühle mich in so einer Endlosschleife aus der man nicht rauskommt.
Ich bin verzweifelt, aber ich kenne diese Phasen der gefühlten Hilflosigkeit bereits.
Sie geht zum Glück wieder vorbei und ich werde es weiterhin zumindest versuchen.

Kommentare:

  1. Und der finanzielle Aspekt steht auch noch dagegen. Kann ich mir leisten, alles "richtig" zu machen?
    ich kann deine Zerissenheit nachvollziehen, geht mir auch oft so...

    Grüßle, jessi

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  2. leider ist es nun mal so, dass wir Menschen im Laufe unserer "Entwicklung" maßlos übertrieben haben ..
    und so ist es doch schon gut wenn sich ab und an Menschen hinsetzen und .. denken, fühlen und vor allem! aufzeigen

    Wir erhoffen alle ein sogenanntes Schneeballsystem zum GUTEN und können ganz oft nur hilflos die Schultern zucken und seufzen
    aber aufgeben? dürfen wir alle dennoch nicht
    Altes Sprichwort? "steter Tropfen höhlt den Stein"

    nicht aufgeben!
    du bist nicht allein mit deinen Gedanken

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  3. Schön, wenn du dir Gedanken darüber machst (mache ich mir auch immer wieder). In der heutigen Zeit kann man, glaube ich, gar nicht ALLES "richtig" machen. Aber wenn man sich Gedanken darüber macht und soviel wie möglich umsetzt, ist das schon eine Menge wert (es gibt genug Menschen, die machen sich gar keine Gedanken)!

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