12.01.14

Rilke... Spruch des Tages

Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu halten, wäre das Problem.
Denn wen ängstigts nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem?-

Sieh, der Tag verlangsamt sich, entgegen
jenem Raum, der ihn nach Abend nimmt:
Aufstehn wurde Stehn, und Stehn wird Legen,
und das willig Liegende verschwimmt -

Berge ruhn, von Sternen überprächtigt; -
aber auch in ihnen flimmert Zeit.
Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt
obdachlos die Unvergänglichkeit. 
(Rainer Maria Rilke)

1 Kommentar:

  1. ich liiiiiiebe rilke... und das kannte ich noch gar nicht - danke!
    herzlichste grüße & wünsche an dich ;-)
    amy

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