31.08.14

Frosch getötet... bin ganz fertig. *heul*

Mir ist heute etwas wirklich schreckliches passiert.
Ich könne ständig Losheulen wenn ich nur dran denke.
Ich ging heute in den Garten, voller Tatendrang pflanzte ich etliches um, so wie ich es schon eine ganze Weile vorhatte.
Ich begann mit dem gelben Sonnenhut, ausgegraben, nach hinten zum wilden Blumenbeet getragen und ich hör plötzlich was im Beet rascheln.
Ich stelle Spaten und Sonnenhut zur Seite und entdeckte den süßen, wunderhübschen Frosch der schon lange beiuns wohnt.
Bisher vorne bei der Kräuterspirale, dort hatte ich ihn öfter mal aufgeschreckt und als letztens die Thuje dort zurückgeschnitten wurde, sah ich ihn ganz erschrocken nach hinten in den Garten auf die große Wiese flüchten.
Wie hab ich mich gefreut ihn dann heute da hinten im Beet zu finden.
Toll, dachte ich noch, das passt perfekt, er kann sich da noch besser verkriechen, eine kleine Wasserschüssel steht auch dort und auch die Totholzhecke ist gleich daneben, die ich neu aufgeschichtet habe.
Ich konnt es es nicht lassen, fing ihn kurz vorsichtig ein damit er nicht entwischt, hole die Kamera, entließ ihn wieder ins gleiche Beet, an selbige Stelle damit ich ihn fotografieren konnte.
Ich hatte Angst wenn ich wiederkäme wäre er weg, denn ich wollte ihn Euch schon öfter zeigen doch es klappte nie.
Soweit - so gut.
Ich legte die Kamera zurück ins Haus und begann dann an anderer Stelle, viel weiter Links mit dem Spaten ein kleines Loch auszuheben für den Sonnehut und schon nach dem ersten, schwungvollen sich in die Erde ertönte ein laues, jämmerlichstes Quietschen das mich bis ins Mark durchfuhr.
Ich ließ den Spaten fallen und guckte was los sei.
Geraschel... Nein!
Der Frosch... weiter quietschend hüpfe er sich schleppend zwischen die Veilchenblätter, ich zog ihn geschockt hervor und sah ein halb abgehacktes Bein, alles möglich quoll da raus.
Es war so schrecklich.
Ich war wie unter Schock, wusste nicht was tun.. er versuchte wieder sich zu verkriechen, konnte aber kaum und nach einigen Sekunden in denen ich wie erstarrt war schoss es mir nur durch den Kopf.
"Was mach ich denn nur... der Arme. Was mach ich jetzt... Diese Schmerzen, ich muss ihn... Nein.. doch."
Hin und her und hin und her... bis ich es tat, den Spaten nahm und zweimal zustach.
Ich vergrub ihn dann in ein wenig Erde.
Erst arbeitete ich kurz weiter, ich war wirklich wie ein bisschen unter Schock.
Nach kaum zwei Minuten schossen mir dann die Tränen ein, ich stürmte ins Haus heulend in die Arme meines Liebsten.
Ich hab echt einige Minuten voll geschluchzt und auch jetzt noch, wenn ich diese Schreie denke durchfährt es mich und ich muss losweinen.
Weil es mir so Leid tut.
Weil ich ihn umgebracht habe, weil ich ihn doch nur erlösen und nicht länger Leiden lassen wollte.
Hätte ich ihn nur einfach gelassen, kein Foto gemacht, ihn nicht kurz eingefangen.
Was für Schmerzen müssen das für ihn gewesen sein, da kommt ein Riese und hackt dir das Bein ab.
Ich hatte keine Ahnung wie Frösche schreien können und fühle mich wie ein kleiner Mörder.
Mein Schatz kann gar nicht Recht damit umgehen, er empfindet diese Art von Mitgefühl in solchen Sachen nicht so.
"Es war doch nur ein Frosch", sagte er mehrmals um mich zu trösten.
Wie soll mich das trösten?
Auch jetzt wo ich das schreibe kullern die Tränen und mein Liebster sagt er kann mich nicht mal in dne arm nehmen denn er ist mit dieser Art von für andere "lächerlich" wirkendem Mitgefühl wegen so einer Sache selber überfordert.
Mein Mitgefühl ist mittlerweile wirklich ganz arg ausgeprägt.
Ich frage mich wirklich ob das noch normal ist und komme mir teilweise ein bisschen blöd deswegen vor.
Selbst wenn ich eine Fliege erschlage, weils ie mich in er Arbeit wahnsinnig machen und ja, ich töte Nacktschnecken, empfinde ich das schon ziemlich fürchterlich.
Erst Recht seit ich gemerkt habe wie selbst die Schnecken leise quietschen wenn man sie tötet, überlege ich nun sie nicht lieber doch öfter ab zu sammeln und weit raus in den Wald zu tragen.
Zugleich denke ich mir wie blöd das denn nicht ist und würde mich schämen würde mich jemand dabei sehen.
Einfach schlimm.
Diese  MIT-FÜHLEN durchdringt mich mittlerweie absolut und kann einfach in keinster Weise vestehen, wie man denn ein Lebewesen oder Tier überhaupt jemals aus irgendeinem Grund umbringen kann.
Ich kann so ein absolutes Nachfühlen in keinster Weise mehr abstellen oder verringern und es ist so furchtbar weil ich das was passiert ist nicht mehr rückgängig machen kann.
Es ist mir passiert, ich wollte es nicht.
Lebe wohl, kleiner liebster Frosch.
Ich hoffe Du kannst mir verzeihen.
Für alle, die wie ich, noch nie einen Frosch schreien gehört haben, hier ein Link:
Ich hoffe ich werde nie- niiiiiemals ein Tier an- oder überfahren, ich glaube dann muss ich in Therapie oer so. Echt jetzt. *Augenzwinker*
Schlimm mit mir.

Kommentare:

  1. Oh nein! Das ist ja wirklich furchtbar, fühl total mit dir. Worte sind da wenig tröstlich, aber ich finde gut, dass du ihn nach dem Unfall - und nichts anderes war es - erlöst hast. Das Video mag ich mir gar nicht anhören, mir war aber auch nicht klar, dass Frösche schreien können.

    LG Angie

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  2. Jetzt kann ich dir gar nicht schreiben wie leid ihr mir tut.
    Das Frosch und du...es war doch nicht absichtlich und deine Erlösung war das Beste was du für den Frosch tun konntest.
    Liebe tröstende Grüße
    sylvia

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  3. Hallo
    Ich bin ganz aufgelöst wenn ich Deine Geschichte lese! Bin zurzeit in der Karibik. Neulich hat es die ganze Nacht geregnet. Eigentlich haben wir vor den Schiebefenstern lückenlos Insektenschutzgitter. Ich weiss nicht wie dieser Unfall passieren konnte, aber als ich das Fenster schloss, muss isch frontal einen Frosch zerquetscht haben. Ich meine mich zu erinnern ein komisches Geräusch gehört zu haben, es war aber dunkel und man hört hier tags und nachts immer irgendwelche Geräusche. Ekelhaft ist, dass ich den Unfall erst bemerkte als es im Schlafzimmer unangenehm anfieng zu riechen "schätzungsweise nach 2 Tagen". Ich bin 2/3 meines bisherigen Lebens Vegetarierin, erst heute habe ich einen Leguan gerettet. Ich liebe Tiere und bin so traurig, dass ich diesen armen Frosch auf dem Gewissen habe. Ich kann dich also sehr gut verstehen. Habe ein absolut schlechtes Gewissen. Allen denen ich bisher gebeichtet habe, was dem Frosch und mir passiert ist, mussten lachen und konnten nicht verstehen warum ich mich Tage später noch derart schrecklich fühle deswegen.

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    1. Schön das es nicht nur mir so geht und mich solche, wenn natürlich ungewollten Unfälle einen emotional sos hrecklich mitnehmen können. Wenn man dann wegen sowas auch noch uelt können das die wenigstens nachvollziehen.
      Traurig das dir das passiert ist, aber es war eben wie bei mir, absolut keine Absicht. :-(
      Danke für Deine Worte...
      Ach, in de rKaribik wäre ich jetzt auch viel lieber! ^^ Genieß es...
      Hast Du viel. auch einen Blog? *liebfrag*
      GLG, MamaMia

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  4. Liebe MamaMia
    Süss von Dir, wie schnell Du dich gemeldet hast :-) Mich hat es ebenfalls beruhigt, dass ich nicht die Einzige bin, welche ausversehen ein "solch tolles" Tier getötet hat. Nun ja es war ein Unfall, den der Frosch leider mit seinem Leben bezahlt hat! Ich hoffe, dass uns so etwas nie mehr passieren wird. Nein ich habe keinen Blog, habe einfach nur im Internet recherchiert, weil mich der Vorfall so mitgenommen hat und bin zufälligerweise auf Deine tragische Geschichte gestossen.
    Heute ist mein letzter Tag in der Karibik, nacher gehts nach Hause zu meiner sehnlichst vermissten Katze. Wünsche Dir alles alles Liebe.. Grüsse Jasmin

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